Sicherheit durch Struktur: Wie Nav.IQ aus einer Stellenbeschreibung ein prüffähiges Gutachten macht

Martin Warnat

Martin Warnat

Transparenz schafft Vertrauen. Wir werfen einen Blick auf den Nav.IQ-Workflow: Vom ersten Upload über den „digitalen Vorprüfer“ bis zum fertigen Gutachten. Erfahren Sie, wie wir künstliche Intelligenz an die kurze Leine nehmen, um Rechtssicherheit zu garantieren.

Dies ist die Fortsetzung zu diesem Artikel im Bereich e-Government.

Die Herausforderung: Komplexität beherrschbar machen

Eine Stellenbewertung ist mehr als das Ausfüllen eines Formulars. Es ist ein strukturierter Prozess, bei dem aus unübersichtlichen Texten eine rechtlich haltbare Eingruppierung entstehen muss. Viele digitale Tools scheitern hier, weil sie versuchen, diesen komplexen Weg in einem einzigen, undurchsichtigen Schritt zu gehen.

Nav.IQ wählt einen anderen Weg. Wir zerlegen den Elefanten in Scheiben. Unser Prozess führt den Nutzer Schritt für Schritt zum Ziel – mit eingebauten Sicherheitsnetzen an jeder Abzweigung.

Schritt 1: Upload und Prüfung

Alles beginnt mit dem Upload der Stellenbeschreibung. Doch bevor die eigentliche Arbeit losgeht, schalten wir eine erste Qualitätskontrolle vor. Unsere KI fungiert hier als intelligenter Vorprüfer.

Sie scannt das Dokument nicht nur auf Text, sondern auf logische und formale Konsistenz:

  • Sind alle notwendigen Informationen enthalten?
  • Sind die Formulierungen widerspruchsfrei?
  • Ist die Beschreibung überhaupt für eine Bewertung geeignet?

Human-in-the-Loop: Meldet das System hier Zweifel an („Die Beschreibung der Fachkenntnisse ist zu vage“), geht der Ball sofort an den Menschen zurück. Sie können nachbessern und präzisieren, bevor ein unsauberer Prozess überhaupt startet. Das spart Zeit und verhindert Fehler, die man sonst erst am Ende bemerken würde.

Schritt 2: Analyse und Zuschnitt

Ist die Basis sauber, beginnt die Kernarbeit. Das System analysiert den Text und zerlegt ihn in seine atomaren Bestandteile – den sogenannten Zuschnitt der Tätigkeiten.

Hier zeigt sich der Sicherheitsansatz von Nav.IQ besonders deutlich. Wir lassen die KI nicht „frei assoziieren“. Wir zwingen das System technisch dazu, in extrem kleinen Arbeitsschritten vorzugehen. Statt einer pauschalen Frage stellen wir hunderte mikroskopische Teilfragen an den Text und lassen sie durch Agentic AI abarbeiten. Zudem beschränken wir das Wissen der KI strikt auf das vorliegende Dokument (restriktiver Kontext). Sie darf nichts „dazudichten“, was sie aus dem Internet weiß.

Das Ergebnis ist ein präziser Vorschlag für die einzelnen Arbeitsvorgänge, den der Nutzer jederzeit validieren kann.

Schritt 3: Die Bewertung der Einzelteile

Nun erfolgt die Bewertung – und zwar nicht pauschal, sondern pro identifizierter Tätigkeit. Wir verlassen uns nicht allein auf sprachliche Modelle. Wo immer es möglich ist, setzen wir im Hintergrund auf strikte Logiken und Algorithmen.

Wir nutzen KI, um den Text zu verstehen, und harte Regeln, um die Konformität mit dem Tarifrecht sicherzustellen. So verhindern wir das „Halluzinieren“ von Ergebnissen. Jede Teilbewertung basiert auf Logik, nicht auf Zufall.

Schritt 4: Der Weg zum Gutachten

Am Ende führt das System alle Teilbewertungen zu einem Gesamtbild zusammen und generiert automatisch den Entwurf eines Stellenbewertungsgutachtens.

Doch auch hier gilt: Die Technik bereitet vor, der Mensch entscheidet. Der Sachbearbeiter erhält das fertige Gutachten zur finalen Prüfung.

  • Passt die Argumentation?
  • Stimmt das Gesamtbild?

Erst wenn der Mensch sein „Häkchen“ setzt, wird der Vorgang abgeschlossen. Nav.IQ liefert die perfekte Vorlage, aber die Unterschrift – und damit die Verantwortung – bleibt beim Menschen.

Assistenz statt Autopilot

Dieser Prozess zeigt, warum wir Nav.IQ als „Co-Piloten“ verstehen. Wir haben einen Workflow gebaut, der die Stärken der Maschine (Schnelligkeit, Struktur, Regelanwendung) nutzt, aber an den kritischen Stellen (Eingangsprüfung, Finalisierung) dem Menschen die Kontrolle übergibt.

So entsteht aus einer Word-Datei kein Glücksspiel-Ergebnis, sondern ein fundiertes, nachvollziehbares Verwaltungsdokument.